Subwoofer-Gehäuse: geschlossen oder Bassreflex?
Das Gehäuse bestimmt, wie ein Subwoofer klingt – mindestens so sehr wie das Chassis selbst. Die beiden gängigsten Bauformen im Auto sind das geschlossene Gehäuse und das Bassreflexgehäuse. Hier erfahren Sie, worin sie sich unterscheiden, wie Sie das Volumen richtig berechnen und worauf es beim Bau ankommt.
Warum ein Subwoofer ein Gehäuse braucht
Bewegt sich die Membran nach vorne, entsteht vorne Überdruck und hinten Unterdruck. Ohne Gehäuse gleichen sich beide Seiten aus, bevor tiefer Bass entstehen kann – man spricht vom akustischen Kurzschluss. Das Gehäuse trennt Vorder- und Rückseite und bestimmt mit seinem Volumen, wie die Luft im Inneren als Feder auf die Membran wirkt.
Geschlossenes Gehäuse
Im geschlossenen Gehäuse ist die Rückseite der Membran vollständig eingeschlossen.
- Vorteile: kompakt, präzise und trocken im Klang, gutes Impulsverhalten, der Subwoofer ist auch unterhalb der Resonanz gut vor zu großem Hub geschützt.
- Nachteile: geringerer Wirkungsgrad – für denselben Pegel braucht es mehr Verstärkerleistung.
- Geeignet für: Klangqualität, wenig Platz, Musik mit schnellen Bassläufen.
Bassreflexgehäuse
Das Bassreflexgehäuse hat eine Öffnung mit Kanal (Port). Die Luft im Port schwingt um die Abstimmfrequenz mit und verstärkt dort den Pegel deutlich.
- Vorteile: hoher Pegel und mehr Tiefgang bei gleicher Leistung, beeindruckender Druck.
- Nachteile: größeres Gehäuse, aufwendigerer Bau; unterhalb der Abstimmfrequenz entlastet der Port den Subwoofer nicht mehr – ein Subsonicfilter an der Endstufe schützt dann vor zu viel Hub.
- Geeignet für: hohe Pegel, tiefe elektronische Musik, Hip-Hop, Vorführanlagen.
Die Abstimmfrequenz liegt für alltagstauglichen, tiefen Bass meist um 30–35 Hz. Höher abgestimmte Gehäuse (etwa 38–45 Hz) spielen lauter, aber weniger tief.
Das richtige Volumen
Maßgeblich ist die Empfehlung des Herstellers. Auf jeder Subwoofer-Seite finden Sie unter „Technische Daten“ das empfohlene Gehäusevolumen für geschlossene und für Bassreflexgehäuse in Litern. Gemeint ist das Nettovolumen – also die Luft, die tatsächlich für den Subwoofer zur Verfügung steht.
So berechnen Sie das Bruttovolumen eines rechteckigen Gehäuses: Innenbreite × Innenhöhe × Innentiefe in Dezimetern ergibt Liter. Beispiel: 50 × 35 × 40 cm innen = 5 × 3,5 × 4 dm = 70 Liter brutto. Davon abziehen müssen Sie:
- das Verdrängungsvolumen des Subwoofers (steht im Datenblatt),
- das Volumen des Ports bzw. Reflexkanals,
- Versteifungen und Leisten im Inneren.
Ist das Gehäuse zu klein, klingt der Bass dünn und der Subwoofer wird stärker belastet. Ein zu großes geschlossenes Gehäuse wirkt weicher und weniger kontrolliert.
Port richtig dimensionieren
Ein zu kleiner Port erzeugt bei hohem Pegel Strömungsgeräusche („Portschnauben“). Als grober Richtwert gelten bei Alltagsanlagen etwa 2,5 bis 4 cm² Portfläche pro Liter Nettovolumen, bei sehr hoher Leistung eher mehr. Die Länge des Ports bestimmt zusammen mit Volumen und Fläche die Abstimmfrequenz – dafür gibt es Gehäuserechner, die mit den Thiele-Small-Parametern (Fs, Qts, Vas) aus dem Datenblatt arbeiten.
Regeln für den Gehäusebau
- Material: MDF mit 19 mm Stärke, bei großen Gehäusen und viel Leistung 22–25 mm oder doppelte Schallwand.
- Dicht verleimen: Jede Undichtigkeit kostet Bass und erzeugt Nebengeräusche.
- Versteifen: Lange, freie Wände schwingen mit – Streben zwischen gegenüberliegenden Wänden verhindern das.
- Dämmmaterial: Im geschlossenen Gehäuse lockere Füllung möglich, im Bassreflexgehäuse den Port frei lassen.
- Abstand: Hinter dem Magneten und vor der Membran genug Platz für den vollen Hub lassen.
- Befestigung: Das Gehäuse fest im Fahrzeug verzurren – bei einer Vollbremsung wirken enorme Kräfte.
Fertiggehäuse als Alternative
Wer nicht selbst bauen möchte, findet fertige, auf die Chassis abgestimmte Gehäuse unter DD Audio Gehäuse. Ein Händler kann außerdem ein Gehäuse passgenau für Ihr Fahrzeug fertigen – Adressen stehen unter Händler finden.